Kathrin Weßling: „Morgen ist es vorbei“

morgenINFOS
Format: Taschenbuch
Preis: 14,99 €
Gibt’s hier zu kaufen: thalia.de

INHALT
„Morgen ist es vorbei“ ist ein Buch über die Liebe. Über die gescheiterte, die hoffende, die kaputte, die dreckige und die wilde Liebe. Ein Buch für gebrochene Herzen, die in Großstädten leben, für all die Männer und Frauen da draußen, die sich fragen, wann das eigentlich passiert ist, dass aus dem Hoffen und Warten, aus dem Lieben und Wollen ein „Bumerang aus Stacheldraht“ geworden ist.

PERSÖNLICHES FAZIT
„Morgen ist es vorbei“. Ich habe mir Zeit genommen, es zu lesen. Jedes Wort aufgesogen, jedes Gefühl nachvollzogen. Ein Buch voller Emotionen. Schmerz und Verlangen überwiegen. Das eine ist wohl die Antwort auf das andere. Manchmal. Oft. Zu häufig. Sehnsucht. Nach einem bestimmten Menschen. Nach den Gefühlen, die er dir vermittelt hat. „Morgen ist es vorbei“ beinhaltet 14 Geschichten, welche jede für sich ein ganzer Roman ist. Nach jeder dieser 14 Geschichten ist es Zeit, auszuatmen und innezuhalten. Darüber nachzudenken, was soeben gelesen wurde. Welche Gefühle dabei hochkamen. Welche Gedanken und Erinnerungen. Diese 14 Geschichten sind Erzählungen über die große Liebe, große Enttäuschungen, Geschwisterliebe und Freundschaften. Von Erzählung zu Erzählung wurden die Ereignisse meines Empfindens nach realistischer, wahrer, unschöner im Sinne von was den Menschen angetan worden ist. Kathrin Weßling schreibt aus den unterschiedlichsten Perspektiven und man hat die ganze Zeit das Gefühl, live dabei zu sein. In zwei der 14 Erzählungen habe ich mich besonders wiedergefunden. Vermutlich weil ich sehr ähnlich empfunden habe und das Geschriebene die richtige Stelle getroffen hat.

Ich habe Kathrin Weßling bisher nicht persönlich kennengelernt, folge ihr auf Twitter, Instagram, Facebook und lese ihre Texte auf kathrinwessling.de und Mit Vergnügen Hamburg. Wer mit mir bei Facebook befreundet ist, weiß, dass ich ihre Texte liebe. Sie schafft es einfach immer und immer wieder, den Nagel auf den Kopf zu treffen und spricht mir oftmals aus der Seele. Dabei formuliert und beschreibt sie alles genauso, wie es ist und findet immer die richtigen Worte. Und das ist nicht gerade einfach. In meinen Augen ist Kathrin eine ganz wunderbare, starke und mutige Frau mit einer unfassbar interessanten und bemerkenswerten Persönlichkeit (sofern ich mir dieses Urteil erlauben darf), für die ich vor allem eines aufbringe: Bewunderung. Und ich danke dir, A., dass du mich auf sie aufmerksam gemacht hast.

Kathrin Weßling geht in ihren Geschichten dahin, wo es weh tut, und sie sagt, wo es höllisch schmerzt, wenn Liebe oder so was in der Art im Spiel ist. Man könnte denken, sie glaubt selber nicht mehr dran, aber tatsächlich sind ihre Stories ein wunderbares Plädoyer dafür, den Glauben an die Liebe nicht zu verlieren. Nur darf man sich auf der Suche danach selber nicht vernachlässigen.

(Mike Litt)

„Morgen ist es vorbei“ ist ein Buch, indem man immer mal wieder lesen kann. Es hilft dir, deinen eigenen Schmerz etwas zu vergessen und auch wenn es traurig ist, dass es so viele gebrochene Herzen und Seelen gibt, hilft es unheimlich, dass man weiß, mit diesen nicht allein zu sein. Und eines Tages kommt der Morgen, an dem du aufwachst und weißt: Jetzt, jetzt ist es vorbei. Hoffentlich.

Beim Lesen habe ich Post-its an Stellen geklebt, die mir besonders gefielen. Diese möchte ich euch nicht vorenthalten:

Natürlich geht es weiter, das Leben. (…) du atmest noch, du lebst noch, du und dein gebrochenes Herz, ihr quält euch morgens aus dem Bett und nachts mit unruhigen Träumen, (…) ihr kauft noch Lebensmittel und eine Fahrkarte, während ihr in Gedanken den ganzen Bahnsteig vollblutet, weil es wehtut, wehtut, wehtut.
S. 10

Die Zeit hat dir am Ende doch geholfen, auch wenn du weißt, dass ein Geruch, ein Moment, ein kleiner Augenblick ausreichen würde, damit die Bilder wiederkommen. (…) dass er immer noch vor der Tür stehen und fragen könnte: Kann ich zurückkommen? Und deine Antwort wäre noch immer: Ja.
S. 15

Vielleicht war das der Fehler. Dass du alles für sie getan hättest und das bisschen Mehr, das dazu geführt hat, dass sie am Ende immer weniger wollte, bis sie schließlich überhaupt nichts mehr von dir gewollt hat.
S. 72

Am schlimmsten ist das Schreien. Dieses Schreien in der Brust und im Kopf und zwischen den Sätzen, die nicht gesagt, und zwischen den Zeilen, die nicht abgeschickt werden. Da ist dieses Schreien, das du nicht herauslässt, weil es die ganze Welt zusammenschreien würde, weil alles Glas zersplittern und alle Ohren bluten würden, wenn du erst einmal damit anfangen würdest. Mit dem Schreien und dem Herauslassen, mit dem Wüten und dem Toben, mit dem Kaputthauen und dem Anzünden.
S. 79

Ich sehne mich nach einem, der meine ganzen dunklen Geheimnisse unter der Bettdecke erfuhr, während es draußen regnete und in seinem Zimmer kein Licht brannte. Nur er, ich und ein paar Tränen.
S. 115

Du kannst nicht „nichts“ fühlen. Das ist einfach unmöglich. Du kannst dir das Fühlen verbieten und du kannst dir das Darandenken verbieten und du kannst die Träume wegtrinken und das Zittern und das Pochen, du kannst dir die Wunde verbinden und du kannst damit herumlaufen (…)
S. 204

Auch Kathrin Weßlings Debut „Drüberleben“ hat mir den Atem geraubt.

„Morgen ist es vorbei“ ist Buch neun der Reading Challenge. Diesmal aus der Kategorie Ein Buch, das dieses Jahr erschienen ist.

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